Ja, uns gibt es noch und ja, uns geht es gut! Nur Zeit ist nie genug da und irgendwie kam ich nie dazu mal wieder etwas für den Blog zu schreiben. Heute aber! Heute habe ich Zeit, da ich frei habe und die Kinder in der Schule sind.

Es gibt eigentlich keine bahnbrechenden Neuigkeiten zu erzählen, also habe ich beschlossen, euch einfach ein bisschen an unserem Alltag hier teilhaben zu lassen. Nach über drei Monaten in meinem neuen Job hat sich alles so langsam eingespielt. Und das sieht hier so aus:
Ein Montag im Hause Vogel:
Um 6:40 Uhr klingelt der Wecker. Also mein Wecker, denn meistens bin ich die erste, die aufsteht. Während ich im Bad bin, kriechen die Kinder aus den Betten und der Mann macht schon mal Frühstück. Wenn alle unten sind, ist es das übliche Chaos: frühstücken, Brille suchen (der Jüngste), schnell noch den Laptop holen (der Älteste), der Freundin eine Nachricht schicken, dass man heute mit dem Fahrrad zur Schule fährt (die Mittlere). Nebenbei mache ich die Brotdosen und Trinkflaschen fertig und suche das Sportzeug des Jüngsten. Um 7:35 Uhr düsen die beiden Großen mit dem Rad los, der Jüngste wird vom Mann mit dem Auto gebracht. (Noch trauen wir uns nicht, ihn alleine fahren zu lassen. Wir werden das im Sommer mal üben.)

Ich setze mich dann an meinen kleinen Schreibtisch im Gäste-/Arbeitszimmer (Tim arbeitet oben im Schlafzimmer) und schon geht der Arbeitstag los. Erst ein kurzes Telefonat mit einem Kollegen, weil ich Fragen zu einem Verkaufsstart eines USB-Kabels in verschiedenen Ländern habe, dann ein Teams-Meeting zu einem neuen Projekt usw… Schon ist es Mittag und Tim und ich treffen uns auf ein schnelles Mittagessen in der Küche. (Es gibt Reste.) Nachmittags düse ich zur Abwechslung mal ins Büro: Produktmuster sind angekommen und zusammen mit ein paar Kollegen wollen wir sie in Augenschein nehmen. Wie immer ist es ein echtes Highlight, die Kollegen IN ECHT zu sehen (oder wie meine Kollegin sagte: „mit Beinen“. 🙂 )

Gegen 16 Uhr breche ich auf und holen den Jüngsten von der Nachmittagsbetreuung (fritids) ab. Heute beschwert er sich, ich sei zu früh. Er wäre mitten in einem Quiz gewesen und jetzt könne er nicht mehr gewinnen. Hm, tja, wie man´s macht, ist es verkehrt. Zuhause sind die Großen schon angekommen. Wir setzen uns kurz zusammen und essen die Reste vom Sonntagskuchen. Diesmal Bananenbrot mit Schokostückchen. Die Kinder haben nämlich immer großen Hunger wenn sie von der Schule kommen. Trotz des warmen Mittagessens, das sie eigentlich hatten…

Danach arbeite ich noch ein wenig, die Kinder spielen oder machen Hausaufgaben. Zwischendurch zwinge ich sie auch noch die Spülmaschine auszuräumen. Ich weiß, Rabenmutter (sehen die Kinder zumindest so). Da heute Montag ist, bringe ich die Mittlere um 17:15 Uhr zum Basketball und kaufe auf dem Rückweg ein. Ach, und hole noch schnell ein Paket ab. Während ich unterwegs bin, radelt Tim mit dem Jüngsten zum Fussballtraining. Er spielt seit kurzem beim Älmhult IF und Tim hat sich als Trainer dort gemeldet.

Gegen 19 Uhr mache ich Abendessen. Da mal wieder wenig Zeit und Lust vorhanden ist, gibt es Sandwiches aus dem Sandwich-Toaster. Immerhin habe ich frische Erdbeeren vom Einkaufen mitgebracht, also gibt es die mit Jogurt zum Nachtisch. Die Kinder schauen noch etwas fern, ich räume die Küche auf und spüle schnell die Brotdosen für den nächsten Tag. Die Mittlere lernt noch ein bisschen für einen Science-Test am nächsten Tag. Da das zusammen mehr Spaß macht, macht sie das über Teams mit ihren Freundinnen und sie fragen sich gegenseitig ab.

Um 20:15 Uhr sind wir oben (bettfertig machen!), der Jüngste bekommt noch etwas „Harry Potter“ von Tim vorgelesen und schläft dabei ein. Montags ist er immer fix und fertig: ein langer Schultag inklusive Schulsport und nachmittags noch 1,5 Stunden Fussballtraining. Da geht abends nix mehr.
Ich hänge noch schnell Wäsche auf und plaudere mit den Großen, die dann auch in ihre Zimmer verschwinden und noch etwas im Bett lesen. Ich wurschtle noch etwas im Haushalt herum (Blumen gießen, Tisch abwischen, Garderobe aufräumen usw.) und setze mich vor den Fernseher. Tim muss noch ein bisschen arbeiten und kommt dann aber auch dazu. Wir schaffen eine Folge unserer neuen Lieblingsserie, dann bin ich zu müde und verschwinde ins Bett. Ich raffe mich immerhin noch auf und lese ein paar Seiten in meinem schwedischen Krimi, damit ich wenigstens etwas in der Übung bleibe.
Das war ein sehr unspektakulärer Montag bei uns zuhause. An anderen Tagen sieht es ähnlich aus, nur die Termine variieren etwas. Manchmal haben wir Schwedisch-Unterricht, gehen noch kurz zum See oder Tim und ich raffen uns zum Joggen auf. Bald hat dieser Alltag aber vorerst ein Ende: am 11. Juni ist der letzte Schultag und dann haben die Kinder gefühlt 3 Jahre Ferien. (Also eigentlich sind es „nur“ 9 Wochen.) Mal schauen, wie das so wird. Der Jüngste geht einige Wochen in die Ferienbetreuung. Und vielleicht haben wir Glück und dank der sinkenden Corona-Zahlen kann die Mittlere an einem Basketballcamp teilnehmen. Mal schauen. Und natürlich haben wir auch Urlaub geplant: in Schweden, erst mit Freunden im Ferienhaus für eine Woche und dann mit anderen Freunden hier in Älmhult (ich freue mich schon so sehr darauf!). Und das Allerbeste: Im Juni planen wir für eine Woche nach Lünen zu fahren!

Toll Tanja, dass du uns an einem ganz normalen Alltags-Leben bei euch teilhaben lässt. Und beim Lesen merke ich, wie flugs so ein Tag vorbei ist. Es ist schön, dass ihr euch so gut eingelebt habt und der Alltag sich so rundlaufend anfühlt. 9 Wochen Sommerferien – das ist echt eine Herausforderung. Wieviel Ferienwochen haben die Kinder insgesamt im Jahr? Genauso wie hier? Ganz liebe Grüße aus der alten Dornbusch-Heimat von Irmhild ❤️