Wie ich sicherlich schon an der einen oder anderen Stelle erwähnt habe, lerne ich seit Mitte August fleißig schwedisch. Wegen Corona habe ich „nur“ Einzelunterricht via Videochat. Am Anfang war ich sehr enttäuscht darüber – wie gerne wäre ich in einen „richtigen“ Sprachkurs gegangen, bei dem man dann auch die Chance hat, Leute aus dem Ort hier kennenzulernen. Inzwischen bin ich sehr froh über meine Online-Stunden bei meiner wirklich tollen und vor allen Dingen sehr sympathischen Lehrerin Emma.

Schwedisch ist für uns Deutsche nicht ganz so schwer zu lernen – trotzdem gibt es so eine Herausforderungen. Ich komme zum Beispiel gut mit den Verben und den ganzen Zeitformen klar. Präpositionen gehen gar nicht. Die schmeiße ich immer durcheinander. Viele Wörter sind (fast) identisch mit dem Deutschen: ungefär, hungrig, intressant, banan, lång,… Da muss man sich dann nur die Feinheiten der Schreibweise merken.
Inzwischen verstehe ich viel (wenn man langsam mit mir spricht), und ich versuche mich an den ersten Leichtlesebüchern. Klappt schon ganz gut, ist aber alles noch ausbaufähig. Was wirklich helfen würde, wäre jemand, der regelmäßig mit mir schwedisch spricht. Das ist aber nicht so einfach da die meisten, die wir hier kennen, auch keine Schweden sind. Und mein Schwedisch leider auch noch nicht für wirklich spannende Unterhaltungen ausreicht. (Ach! „Spannend“ heißt übrigens „Spännand“! 🙂 )

Schwedisch kann auch sehr lustig sein! Manche Wörter sind für uns Deutsche dann zumindest erstmal echt gewöhnungsbedürftig. Hier meine bisherigen Highlights:
- Tigerkaka = Marmorkuchen
- glasögon = Brille
- cykelnyckel = Fahrradschlüssel
- Jag är gift = Ich bin verheiratet
- ledig = frei (im Sinne von Feierabend haben)
In der letzten Stunde habe ich mit meiner Schwedischlehrerin über Weihnachtstraditionen gesprochen. Sie erzählte mir, dass die Schweden an Heiligabend nachmittags immer alte Donald-Duck-Filme schauen. Und Donald Duck heißt auf schwedisch „Kalle Anka“. 😀 Ich habe dann gefragt, wie die ganzen anderen Trickfilmfiguren heißen – und das war so witzig! Zum Beispiel: Tick, Trick und Track sind hier „Knatte, Fatte und Tjatte“. Und Batman heißt Läderlappen!!! Muahahahaha! Ich hatte Spaß.
Manchmal denkt man auch, man versteht alles (weil so einfach und so ähnlich wie im Deutschen) und dann ist doch alles ganz anders. Wenn man beispielsweise einen Termin bucht (beim Arzt oder so) heißt das nicht Termin – man bucht eine „tid“ (eine Zeit). Das Wort „termin“ gibt es aber auch: das heißt Semester. Und „semester“ heißt Urlaub. Alles klar?!?
Ich werde auf jeden Fall weiter dranbleiben, denn eine neue Sprache zu lernen ist einfach schön.

Hallo Tanja,
und wieder verzahnt sich alles. Im Ostfriesischen (ja, es ist im Vergleich zu den Dialekten bei uns mit einer eigenen Grammatik ausgestattet und daher eine Sprache) heißt ledig ebenfalls: freei. 😁
Viel Spaß noch beim Lernen!
der Exil-Ostfriese